NGC 4017

NGC 4017 | Arp 305 | Coma

Arp 305 besteht aus den Komponenten NGC 4017 und NGC 4016. Dabei liegt die 13mag helle Galaxie NGC 4017 etwas südlicher und erscheint als „face-on“ SABbc Typ. Im Vergleich dazu wirkt NGC 4016 kompakter zeigt eine zentralen Balken mit ansetzenden Spiralarmen. Obwohl die Galaxien nur Winkeldurchmesser von 1.5′ bzw. 1′ aufweisen, erkennt man in beiden deutliche Anzeichen von Gezeitenwechselwirkung. Bei NGC 4017 fallen gestreckte Gezeitenschweife aus, die bis zu 80kpc weit reichen und die zueinander versetzt angeordnet sind. Diese Geradlinigkeit ist ein Projektionseffekt von der „tidal tails“, die bei zurückliegenden Umläufen Gas und Staub aus der Hauptebene mitführten.

Da die 1-Sigmafehler der Rotverschiebungen der beiden Galaxien im Bereich von 2 Promille variieren ist sehr wahrscheinlich NGC 4016 der „Orbiter“. Bzgl. der SB-Morphologie hat NGC 4016 dabei einigen „Schaden“ erlitten, da die Anordnung der Spiralarme eine gegenläufige Orientierung zeigt. Simulationen haben gezeigt, dass man die Verschiedenartigkeiten der Störungen in der Regel nach „internal perturbations“ und „external perturbations“ unterscheiden kann. Ein schönes Beispiel für die maßgeblich internen Störungen bei Spiraltypen sind etwa die VV-Reihen mit linearen Segmenten. Sieht man, wie hier bei den Spiralarmen in NGC 4016, eher abgerundete Störungsmuster so gehen diese auf eine lang anhaltende externe Gezeitenwechselwirkung zurück (W.C.Keel et al., ApJ 417, 502).

NGC 4017 | Arp 305 | Coma
Hypergraph 350/3060, STL-11000M, AO-L (50% Darstellung, Norden unten, Osten rechts) L: 120min (1×1), mäßiges Seeing 2.5″, R:30min, G:20min, B:40min (2×2, SBIG Filter), Wolken Rimbach, 20.4.2007