M 108

M 108 | Ursa Major

M108 | Ursa Major
C11 f/8.3, SXVH9 L:140min, R:35min,G:30min,B:35min (2×2 Binning), 80% des Originalformats, störendes Mondlicht

M 108 (NGC 3556) wird zur lockeren Galaxienansammlung um M 109 gerechnet. Die Entfernung dieser SB(s)d-Galaxie liegt bei 45 Millionen Lichtjahren und ihre 8,7′ x 2,2′ große Scheibe enthält so viele Staubstrukturen, dass ein zusammenhängendes Spiralarmmuster kaum auszumachen ist. Der Staub in M 108 überdeckt auch das Zentrum und nur auf der zugewandten Seite zeigen sich einige HII-Regionen und helle Sternhaufen. Die fast horizontal verlaufende, orangegelbe Längsstruktur wird in einigen Veröffentlichungen als ein Hinweis auf einen Balkenspiraltyp gesehen.

Bei Spiralgalaxien findet sich der Großteil des ionisierten, interstellaren Mediums nicht in der Scheibenebene, sondern als Schicht ober- und unterhalb dieser Ebene. Dieses warme interstellare Medium wird als diffuses, ionisiertes Gas, engl. „diffuse ionized gas“ (DIG), bezeichnet und erreicht bei der Milchstrasse vertikale Skalenhöhen von 2000 bis 3000 Lichtjahren. Die Ionisation geht auf die Photoionisation des Gases durch die Strahlung von O- und B-Sternen zurück und ist daher mit der Sternentstehung in der Galaxie verbunden. Bei einer Suche nach diesem DIG wurde in M 108 zwar eine diffuse Strahlung zwischen den HII-Regionen festgestellt, ein direkter DIG-Nachweis gelang aber nicht. Dies wird dadurch erklärt, dass die Inklination von M 108 mit 78° schon zu weit von der idealen Kantenlage für DIG-Untersuchungen abweicht. Berücksichtigt man die Projektion, kann man eine Obergrenze der Skalenhöhe von 3000 Lichtjahren bei M 108 folgern.