NGC 7331

NGC 7331 | Pegasus

NGC 7331 | Pegasus
C11 f/10, ST10-XME L:245min (Astronomik Ir-Cut Filter), R:60min,G:50min,B:60min (2×2 Binning)

Die SA(s)b-Galaxie NGC 7331 ist 46 Millionen Lichtjahre von der Milchstrasse entfernt und durch die hohe Inklination von 77° ist ein Teil der Scheibe durch breite Staubbänder verdeckt. Die Scheibengröße von 10,5 ‚ x 3,7‘ liefert einen transversalen Durchmesser von 140.000 Lichtjahren, damit ist NGC 7331 etwas größer als die Milchstrasse. In den Infrarotaufnahmen von NGC 7331 zeigt sich ein Ring mit einem Radius von 20.000 Lichtjahren. In diesem Ring ist auch ein großer Staubanteil enthalten und in der Ringzone liegen viele Sternentstehungsgebiete. Im sichtbaren Licht fällt der Ring aufgrund des umgebenden Staubes kaum auf. Mit Hilfe von Temperaturmodellrechnungen kann man auf eine Gasmasse im Ring im Bereich von 10^9 bis 10^10 Sonnenmassen schließen. Damit entspricht die Ringmasse je nach Modell etwa 20% bis 30% des gesamten Anteils des Scheibengases in NGC 7331.

Oberhalb des westlichen, linken Scheibenrandes findet sich eine Gruppe mit einigen Hintergrundgalaxien, die etwa 6,5-mal weiter entfernt sind als NGC 7331. Die untere SB-Galaxie NGC 7337 dieser Gruppe dient als Anhaltspunkt, um zwei leuchtschwache Zwerggalaxien aufzufinden, die zum NGC 7331 System gehören. Eine der Zwerggalaxien liegt 1′ unter NGC 7337 und auf den zweiten, etwas helleren, Zwerg trifft man in Richtung des unteren, südlichen Scheibenendes von NGC 7331. Die Astronomen fanden auf tiefen Aufnahmen von NGC 7331 noch zwei weitere Zwerggalaxien, die nicht mehr im Bildfeld dieser Aufnahme liegen. Alle vier Zwerggalaxien werden aufgrund ihrer geringen Leuchtkraft als dSph-Typen beschrieben. Im Gegensatz zu M 31 besitzt NGC 7331 keine dE-Zwerggalaxien, so dass man abschätzen kann, dass in NGC 7331 die stellare Masse ihrer Zwerggalaxien nur maximal 2% dessen beträgt, was man bei M 31 beobachtet. Am unteren Scheibenende zeigt sich in kontrastverstärkten Darstellungen ein lichtschwacher, etwa 1,5′ langer Gezeitenschweif. Da dessen Farbe dem leichten Blau der Zwerggalaxien ähnelt, erscheint ein physikalischer Zusammenhang wahrscheinlich. So könnte durch eine Wechselwirkung der Zwerggalaxien mit der äußeren Scheibenzone auch die auffällige Verbiegung der Scheibenebene in NGC 7331 entstanden sein.

NGC 7331 zählt in der Famlie der Aktiven Galaxien zur Klasse der „Liners“. Diese Bezeichnung steht für „low-ionization nuclear emission-line region galaxies“ und beschreibt eher leuchtschwache Galaxien, die schmale Emissionslinien aufweisen, deren Charakteristik gegen eine reine Anregung durch Photoionisation spricht. Auf der Suche nach dem Mechanismus konnte man in NGC 7331 in aktuellen Untersuchungen einen Gasstrom nachweisen, der in das Zentrum der Galaxie führt und mit 1.6 Sonnenmassen/a den Kern füttert (E.Battaner et al. 2002)