NGC 7720

NGC 7720 | Pegasus

NGC7720 ist die hellste Galaxie im Galaxienhaufen Abell 2634 (links oberhalb der Bildmitte – siehe Link). Diese cD Galaxie besitzt einige helle Begleiter im 3′ Umfeld, und diese liegen alle in ihrer Einhüllenden, was sich gut in Radiobeobachtungen nachweisen lässt.

NGC7720 ist auch als Radioquelle 3C 465 bekannt und wird als Prototyp einer „wide-angle tail“ Radiogalaxie (WAT) beschrieben, d.h. aus ihrem Zentrum strömen zwei Jets, die große Radioblasen mit Energie versorgen und als weitreichende Strukturen im Radiolicht zu sehen sind. Durch eine relative Bewegung des „intercluster mediums“ kommt es zu einer Verformung der Jets und so entstand auch die Bezeichnung dieser WAT-Radiogalaxie. Interessant ist dabei auch, dass jeder Jet bei 3C 465 über einen Hotspot verfügt, von den die Radiostrukturen ausströmen. Die Strömen nehmen an, dass diese Hotspots genau am Phasenübergang der Jetströmung von der Galaxie NGC 7720 in das Clustermedium liegen.

NGC 7720 | Pegasus
Hypergraph 350/3060, STL-11000 (Norden unten, Osten rechts) – Ausschnitt L: 180 min, R:40min, G:40min, B:40min, 2.5″ mäßiges Seeing Rimbach, 7./8.9.2012

Die Vergrößerung, wie auch die Zuordnung (1-6) ist unten zu sehen, mit Astrometrica habe ich die einzelnen Quellen bestimmt:

ANON.1 23 38 09.11 +27 12 05.2 19.2 V
ANON.2 23 38 09.62 +27 12 04.2 18.7 V
ANON.3 23 38 10.38 +27 12 01.4 18.7 V
ANON.4 23 38 09.89 +27 12 09.7 18.1 V
ANON.5 23 38 09.11 +27 12 19.5 18.7 V
ANON.6 23 38 10.29 +27 12 13.4 19.1 V

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In den Online-Surveys ist dieses Objekt auch auffallend blau, eine Identifikation (NED), führt zu einer Radioquelle der Arecibo Kataloges: AGC 330636 (Position = ANON4), D = 112 Megaparsec, Typ = Irr.

Die Typisierung als irreguläre Galaxie erscheint plausibel, und dies passt dazu, dass das Objekt fast in gleicher Entfernung wie der Galaxienhaufen steht (125 Megaparsec Entfernung). Diese Galaxie liegt am Rand des Galaxienhaufens und man kann annehmen, dass es sich um ein Verschmelzungsprodukt handelt – ein typischer Effekt, für den Randbereich mit den dort häufigen Irr/S-Gx.