NGC 828

NGC 828 | Andromeda

Mit Hilfe von Infrarotspektroskopie kann man die Staubkomponenten im Kernbereich von Galaxien detailliert untersuchen. Der Staub ist im kernnahen Bereich meist mit Sternentstehungsregionen assoziiert wodurch z.B. IR-Emissionsfeatures auftreten. Ebenso treten Absorptionsstrukturen auf, wenn dichtes und damit kaltes Material in Form von molekularem Staub und Eis den Kern umgibt. Ein wichtiger, peakförmiger Beitrag zur Emission entsteht durch Energiemoden der C-C und C-H Bindungen in polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (polycyclic aromatic hydrocarbons (PAHs)). Bei einer Untersuchung von 18 Galaxien mittels des ISO-Satelliten (http://www.iso.vilspa.esa.es) wurden Absorptionsfeatures von Wassereis entdeckt. Diese 18 „Eisgalaxien“ sind Teil des ISO Samples von untersuchten 103 Galaxien im Bereich von 6-8 Mikrometern. Zu dieser Gruppe gehören normale und aktive Galaxien, wie Starburst_Galaxien, Seyferts und „ultraluminous infrared galaxies“ (ULIRG). Es konnte gezeigt werden (H.W.W.Spoon et al., 2002, AA385), dass dieses Eis in den ULIRGs auftritt, aber bei der Mehrzahl der Seyferts und SBGs kaum in Erscheinung tritt. Dies passt zur Annahme, dass in ULIRGs deshalb dominate IR-Leuchtkräfte gemessen werden, weil hier größere Mengen an kalten, molekularem Material vorhanden sind. Der PAH Emissionspeak bei etwa 7.7 Mikrometer zeigt eine typische Breite, die benutzt werden kann, um physikalische Parameter abzuleiten.

Im Fall der pekuliären Sa-Galaxie NGC 828 misst man eine Eis-Säulendichte von 18.1 10^18 cm^-2, ein Wert an der unteren Grenze im Sample – die ULIRGs besitzen bis zu 2-mal höhere Säulendichten. Betrachtet man die Entwicklungsgeschichte einer Galaxie, so beschreiben „Eisgalaxien“ den Zustand von gerade einsetzender Sternentstehung. Diese dichten und damit undurchsichtigen Gebiete verstecken sich aber selbst durch den hohen Staub- und Eisanteil und obstruieren (noch) das Werden einer aktiven Galaxie. Der 6mag helle Stern im Bild ist 59 And, nordöstlich von ihm findet man UGC1691, eine S0 Galaxie, die allerdings Strukturen in Kernnähe besitzt, die auf ein Staubband hinweisen, Auch zeigt UGC1691 zwei sehr schwache Lichtbögen (NO+SW), vielleicht der Rest der einstmals vorhandenen Spiralarme. Die Entfernung der beiden Galaxien ist mit 74MPc identisch, so dass eine stattgefundene Wechselwirkung als Ursache beider Morphologien wahrscheinlich ist.

NGC 828 | Andromeda
Hypergraph 350/3007, STL-11000M, (Auschnitt, Norden oben, Osten links) L: 100min (1×1), sehr gutes Seeing 2.0″…2.2″, Hochnebel Rimbach, 15.12.2006
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Vergößerung von NGC 828 (150%)